Die NASA hat bekanntgegeben, dass Voyager 1 am 18. November 2026 die Marke von einem Lichttag zur Sonne überschreiten wird. Das entspricht rund 25,9 Milliarden Kilometern beziehungsweise etwa 16,1 Milliarden Meilen. Der Zeitpunkt liegt 49 Jahre nach dem Start der Sonde am 5. September 1977. Dass erstmals ein von Menschen gebautes Objekt diese Distanz zur Sonne erreicht, gilt in der Raumfahrt als symbolträchtiger Meilenstein.
Der Begriff „ein Lichttag“ bezeichnet die Strecke, die Licht in 24 Stunden zurücklegt. Praktisch bedeutet das: Funkbefehle von der Erde benötigen je Richtung etwa einen Tag, Antworten treffen dementsprechend frühestens zwei Tage nach dem Senden des Befehls ein. Bereits jetzt verfolgt das Deep Space Network die Sonde mit sehr großen Antennen, darunter dem Standort Canberra. Nach Angaben der NASA wurde Voyager 1 zuletzt in einer Entfernung von gut 25,8 Milliarden Kilometern erfasst; kleinere Schwankungen ergeben sich durch die jeweilige Geometrie von Erde, Sonne und Raumsonde.
Voyager 1 ist nach Durchqueren der Heliosphäre im Jahr 2012 in den interstellaren Raum eingetreten und liefert weiterhin Messdaten aus einer Umgebung, die jenseits des direkten Einflusses des Sonnenwinds liegt. Der wissenschaftliche Fokus liegt auf Teilchen- und Felddaten, die Aufschluss über das interstellare Medium geben. Angesichts sinkender Energiereserven schaltet die Missionsleitung am Jet Propulsion Laboratory schrittweise Systeme ab, um den wissenschaftlichen Betrieb so lange wie möglich aufrechtzuerhalten. Die NASA meldete Ende Oktober eine kurzzeitige Kommunikationsunterbrechung, die behoben wurde; zur Stabilisierung der Verbindung wurden Energiespar- und Diagnosemaßnahmen umgesetzt.
Die Sonde hat zugleich historischen Rang: Voyager 1 prägte in den 1980er-Jahren die Erkundung der äußeren Planeten. Vor dem Kurs in den interstellaren Raum lieferte sie Nahaufnahmen von Jupiter und Saturn sowie ihren Monden. An Bord befindet sich außerdem die Golden Record mit Grüßen, Musik, Bildern und Geräuschen der Erde als symbolische Botschaft an potenzielle außerirdische Finder.
Die NASA betont, dass Voyager 1 weiter Daten senden soll, solange Stromversorgung und Kommunikationsnetz dies erlauben. Der anstehende Distanzwert ändert vor allem Einsatzplanung und Reaktionszeiten, nicht jedoch die grundsätzliche Ausrichtung der Mission. Für die breite Öffentlichkeit macht die Schwelle von einem Lichttag die Größenordnungen im äußeren Sonnensystem anschaulicher – und markiert einen weiteren Schritt menschlicher Technik in den interstellaren Raum.
Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).