Nach aktuellem Bundesrecht müssen Erben in den Vereinigten Staaten neben den üblichen Übertragungsformalitäten auch verschiedene Steuer- und Bewertungsfallen beachten. Auf Bundesebene bleibt die Schenkungs- und Erbschaftssteuer für 2026 bei einer Freibetragsgrenze von 15 000 000 US-Dollar pro Person; nur Nachlässe oberhalb dieser Grenze sind grundsätzlich der bundesstaatlichen Erbschaftssteuerpflicht unterworfen. Zugleich bestimmt die steuerliche Grundlage („basis“) eines geerbten Grundstücks vielfach, ob beim späteren Verkauf der Immobilie hohe Kapitalertragssteuern anfallen: Nach den IRS-Regeln wird gewöhnlich der Marktwert am Todestag als neue Grundlage zugrunde gelegt, was einen steuerfreien „step-up in basis“ bewirken kann; hierfür nennt die IRS Anhaltspunkte zur Ermittlung des Werts. ([irs.gov](https://www.irs.gov/businesses/small-businesses-self-employed/estate-tax?utm_campaign=tax-smart-moves-for-high-earners-2024-guide&utm_medium=referral&utm_source=openai))
Diese bundesrechtlichen Eckpunkte erklären aber nicht alle Kostenrisiken. Entscheidend sind oft die einzelstaatlichen Regeln zur Neubewertung von Grundbesitz nach Eigentumswechsel. In mehreren Bundesstaaten führt der Übergang von Eigentum durch Erbschaft zu einer Neubewertung der Bemessungsgrundlage für die Grundsteuer; Kalifornien ist ein besonders anschauliches Beispiel: Seit Inkrafttreten von Proposition 19 am 16. Februar 2021 gelten enge Bedingungen für die Ausnahmeregeln bei Eltern-Kind-Übertragungen, und in vielen Countys müssen Erben binnen Fristen Ansprüche auf Ausnahmen stellen, um eine sofortige Steuererhöhung zu vermeiden. Behörden der kalifornischen Steueraufsicht und zahlreiche County-Assessoren erläutern die Verfahren und Fristen detailliert. ([boe.ca.gov](https://www.boe.ca.gov/Prop19/?utm_source=openai))
Hinzu kommen Verfahrenskosten: Dauer und Kosten des Nachlassverfahrens (probate), Anwalts- und Gutachterhonorare sowie gegebenenfalls Nachzahlungsforderungen bei lokalen Übertragungs- oder Erbschaftssteuern können die Nettoauszahlung an Erben deutlich mindern. Manche Instrumente—etwa Übertragungen in Trusts oder „transfer-on-death“-Verfügungen—vermindern probate Kosten, verändern aber steuerliche Grundlagen und können unbeabsichtigte Steuerfolgen haben; die zuständigen Landesbehörden und die IRS veröffentlichen hierzu konkrete Hinweise. ([arcc.marincounty.gov](https://www.arcc.marincounty.gov/services/county-clerk-services/translation-certificate/trusts?utm_source=openai))
Ob ein geerbtes Haus „teurer als gedacht“ wird, hängt von drei prüfbaren Faktoren ab: dem Wert des Nachlasses im Verhältnis zur Bundesfreigrenze, den landesspezifischen Regeln zur Neubewertung von Grundsteuern und der gewählten Übertragungsform (Testament, Trust, deed mit Übertragungsbestimmungen). Erben sollten zeitnah amtliche Bewertungsinformationen einholen und gegebenenfalls rechtliche und steuerliche Beratung suchen, um Fristen einzuhalten und steuerliche Gestaltungsspielräume zu nutzen. Aussagen zu Einzelbeträgen, konkreten Steuern oder Fristen müssen immer gegen die jeweils zuständige Bundes- oder Landesbehörde verifiziert werden.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).