Die US-Regierung bekräftigt ihren Kurs, den Iran wirtschaftlich weiter zu isolieren, und droht Staaten mit Konsequenzen, die Teheran wirtschaftlich stützen. Präsident Donald J. Trump warnte, Länder, deren Finanzinstitute, Unternehmen oder Behörden dem Iran „eine Lebensader“ verschafften, müssten mit „tremendous economic consequences“ rechnen. Das Weißes Haus knüpft dabei an eine im Februar 2026 veröffentlichte Grundsatzlinie an.
In Washington, D.C., setzte das U.S. Department of the Treasury im August weitere Akteure auf seine Sanktionslisten. Die dem Ministerium unterstellte Aufsichtsbehörde Office of Foreign Assets Control (OFAC) veröffentlichte neue OFAC-Designationen gegen Firmen, Schiffe und Finanzvermittler, denen die Ermöglichung iranischer Zahlungs- und Beschaffungsströme vorgeworfen wird. Die US-Behörden stellen zusätzliche Schritte in Aussicht und verweisen auf die extraterritoriale Durchsetzung ihrer Sanktionsregeln, die auch Drittstaaten-Akteure erfassen kann.
Die Volksrepublik China hält derweil an ihrer Gegensicht fest. Das Außenministerium der Volksrepublik China erklärte – unter anderem am 6. Mai 2026 – wiederholt, „einseitige“ US-Sanktionen ohne Mandat des UN-Sicherheitsrat zu missbilligen, und betonte, Peking werde Maßnahmen ergreifen, um chinesische Unternehmen und staatliche Interessen zu schützen. Damit zeichnet sich ein fortgesetzter Konflikt über die Legitimität und Reichweite von Sekundärsanktionen ab.
Sachlich stehen zwei Instrumentenverständnisse gegenüber: Washington setzt auf Sanktionsdurchsetzung über seine Finanzhoheit und den globalen Dollar-Zahlungsverkehr; Peking beruft sich auf staatliche Souveränität, auf Völkerrechtsargumente und auf Schutzmechanismen für eigene Firmen. Für Unternehmen und Banken weltweit verschärft dies die Abwägung zwischen Marktzugang zu den USA und exponierten Geschäften mit dem Iran. Compliance-Risiken nehmen zu, ebenso der Druck auf Raffinerien, Reedereien und Handelsfinanzierer, Lieferketten und Zahlungswege zu überprüfen.
Zugeschriebene Motive und mögliche Folgen bleiben umstritten: US-Vertreter sehen in härteren Maßnahmen ein Mittel, iranische Einnahmequellen weiter zu beschneiden und Waffentransfers zu stören. Chinesische Stellen signalisieren, sie wollten negative Effekte auf die eigene Energie- und Industrieversorgung begrenzen. Prognosen über Wirkung und Umfang weiterer Schritte sind unsicher; die US-Seite hat zusätzliche Sanktionsrunden in Aussicht gestellt, während Peking an seiner Linie gegen nicht vom UN-Sicherheitsrat mandatiertes Vorgehen festhält.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).