Gesundheit

Wie Fehldiagnosen bei Multiple Sklerose in den Vereinigte Staaten zustande kommen und wie sie seltener werden können

Revisionsstände der McDonald-Kriterien (2024) und neuere Analysen (2026) zeigen in US-Kohorten typische Fehlerquellen bei Multiple Sklerose-Diagnosen und konkrete Maßnahmen zur Vermeidung unnötiger Therapien.

Kurzmeldung

Aktuelle Übersichten und Studien aus Fachzeitschriften 2024–2026 legen dar, wie es in den Vereinigten Staaten zu vermeidbaren Fehldiagnosen bei Multiple Sklerose kommen kann. Zentrale Ursache ist demnach eine zu weite Anwendung diagnostischer Kriterien auf Fälle, für die diese nicht validiert sind. Die 2024 revidierten McDonald-Kriterien erweitern den diagnostischen Rahmen – zugleich erhöhen sie die Anforderungen an die Differenzialdiagnostik, wenn Bildbefunde klinisch nicht eindeutig sind.

Mehrere technische und prozessuale Mechanismen sind wiederholt belegt: Unspezifische Magnetresonanztomografie-Befunde, wie kleine weiße Substanzveränderungen durch Gefäßalterung, werden als MS-typische Läsionen fehlinterpretiert. In der Folge wird manchmal ohne vollständige Abklärung eine Immuntherapie begonnen. Ferner werden differenzialdiagnostische Tests unzureichend genutzt; relevante Alternativdiagnosen sind etwa die MOG-Antikörper‑assoziierte Erkrankung und die Neuromyelitis-optica‑Spektrumstörung. Untersuchungen berichten in spezialisierten Zentren Fehldiagnoseraten im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich, in selektierten Serien auch höhere Werte.

Als methodische Verbesserungen nennen Autorinnen und Autoren den routinemäßigen Einsatz zusätzlicher Bildmarker wie das Zentrale Venenzeichen und paramagnetische Randläsionen, strengere Indikationsprüfung vor Therapieeinleitung sowie standardisierte Laborabklärungen (inklusive Tests auf MOG‑ und AQP4‑Antikörper und Liquoranalysen mit oligoklonalen Banden). Führende US‑Institutionen betonen die Bedeutung neuroradiologischer Expertise und einer Gesamtschau aus Klinik, Bildgebung und Labor, um Fehlinterpretationen zu vermeiden.

Konsequenzen unzureichender Diagnostik sind konkret: unnötige Exposition gegenüber immunmodulierenden Therapien, Verzögerung richtiger Behandlungen und belastende psychosoziale Folgen für Betroffene. Expertinnen und Experten fordern daher bessere Ausbildung in neurologischer Bildbefundung, klare lokale Routinen für Differenzialdiagnostik und eine engere Einbindung spezialisierter MS‑Zentren. Solche Maßnahmen sollen die diagnostische Genauigkeit in den USA erhöhen, ohne die notwendige frühzeitige Behandlung wirklich Betroffener zu verzögern.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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