Politik

Zölle setzen Maines Holzbranche unter Druck

Im US-Bundesstaat Maine verteuern Zölle Maschinen und Ersatzteile und belasten den Holzhandel mit Kanada. Doch innerhalb der Branche gehen die Ansichten über den Nutzen der Handelspolitik auseinander.

Fort Kent – 03.11.2026: In Maines Holzbranche verläuft die wirtschaftliche Grenze nicht immer dort, wo die Staatsgrenze liegt. Kanadische Werke verarbeiten Holz aus dem benachbarten US-Bundesstaat, Unternehmen in Maine beziehen Ausrüstung aus Kanada. Der Handelsstreit zwischen beiden Ländern greift deshalb tief in den Betriebsalltag ein. Am Tag der amerikanischen Kongresswahl stehen höhere Kosten und erschwerte Handelsbeziehungen auch politisch zur Debatte.

Der Branchenvertreter Dana Doran schilderte der Nachrichtenagentur Agence France-Presse, wie Zölle auf Lastwagen, Forstmaschinen, Ersatzteile und Holzprodukte die Preise nach oben getrieben hätten. Hinzu kämen hohe Dieselkosten. Für Betriebe, deren Arbeit vom Transport schwerer Maschinen und großer Holzmengen abhängt, treffen damit mehrere Belastungen zusammen. Der Bericht von Franceinfo aus der Grenzregion beschreibt die Sorgen der Holzernteunternehmen, aber auch die anhaltende Unterstützung mancher Beschäftigter für die Republikaner.

Wie angespannt die Lage ist, beschreibt zudem der Herbstbericht des regionalen Verbands der Holzernteunternehmen. Ersatzteile seien teurer und teilweise schwerer erhältlich geworden. Als Beispiel nennt der Verband Molly und Alex London, die ihren Betrieb in Milo im August schlossen. Schwache Absatzmärkte, lange Wartezeiten auf Teile und hohe Treibstoffkosten hätten zu ihren Schwierigkeiten beigetragen. Die Betriebsschließung lässt sich nach dieser Darstellung also nicht allein auf Zölle zurückführen.

Innerhalb der Branche wird die Handelspolitik unterschiedlich beurteilt. Jason Brochu, Miteigentümer des Sägewerks Pleasant River Lumber Company in Enfield, bezeichnete die amerikanischen Zölle gegenüber Agence France-Presse als Schutz vor kanadischer Konkurrenz, die aus seiner Sicht subventioniert wird. Doran warnte dagegen vor den Folgen für Unternehmen aus Maine, die kanadische Abnehmer brauchen. Kanada hat seinerseits Zölle auf amerikanisches Holz und weitere Waren erhoben. Was einem Sägewerk Schutz verspricht, kann für einen grenzüberschreitend arbeitenden Zulieferer zur zusätzlichen Belastung werden.

Im Wahlkampf um Maines Senatssitz ist dieser Gegensatz angekommen. Die republikanische Amtsinhaberin Susan Collins erklärte, sie habe Entlastungen für betroffene Unternehmen verlangt. Ihr demokratischer Herausforderer Troy Jackson, der früher selbst in der Holzernte arbeitete, machte sie für die Unterstützung von Donald Trumps Zollpolitik mitverantwortlich.

Parallel melden Washington und Ottawa Bewegung in ihren Gesprächen. Kanadas Premierminister Mark Carney berichtete am 1. November von einem konstruktiven Austausch mit US-Präsident Trump. Die Verhandlungsteams sollten in den folgenden Wochen an einer Einigung arbeiten. Trump sprach von einem Konzept für ein Abkommen; nach Angaben der Nachrichtenagentur Associated Press waren Einzelheiten aber noch offen.

Für ausgewählte Waren gelten bereits Ausnahmen: Trump nahm am 23. Oktober bestimmte kanadische Einfuhren von einem Zollsatz von 50 Prozent aus. Die Änderungen traten am 30. Oktober in Kraft und betreffen laut Associated Press unter anderem Sperrholzplatten, Verpackungskisten und einige Maschinen.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Übernommen aus dem Nachrichten.fr-Newsdesk. Originalartikel

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