Ein Dreier‑Senat des United States Court of Appeals for den Eighth Circuit hat am 21. September 2026 entschieden, Missouri solle für die Wahlen zum Repräsentantenhaus am 3. November 2026 die im September 2025 verabschiedete Kongresskarte (House Bill 1) verwenden. Das Gericht begründete dies im Kern mit dem Risiko, dass späte Änderungen am Wahlrecht das Wahlverfahren destabilisieren könnten. Zugleich setzte der Eighth Circuit die Durchsetzung seines Beschlusses aus. Damit hat die Entscheidung vorerst keine unmittelbare Wirkung; die endgültige Klärung wird beim Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten erwartet.
Der Beschluss kollidiert mit einer Entscheidung des Supreme Court of Missouri vom 3. September 2026. Die staatliche Höchstinstanz hatte ein Referendum gegen House Bill 1 zugelassen und festgestellt, HB 1 sei „weder das Gesetz noch jemals das Gesetz gewesen“. Zugleich ordnete sie an, die Referendumsfrage auf den Stimmzettel der Wahl am 3. November 2026 zu setzen. Zwischenzeitlich hatte jedoch der U.S. District Court for the Eastern District of Missouri im Eilverfahren Wahlbehörden angewiesen, die Karte aus HB 1 zu verwenden. Der Eighth Circuit knüpfte daran an und verwies auf die Notwendigkeit, nach den bereits durchgeführten Vorwahlen keine Kartengrundlage mehr zu wechseln.
Als Beklagter fungiert der Secretary of State Denny Hoskins. Klägerseits sind unter anderem People Not Politicians aufgetreten; die Gruppe kündigte unmittelbar nach der Berufungsentscheidung einen Eilantrag beim Obersten Gerichtshof an. In der föderalen Instanz war unter anderem der Bezirksrichter Stephen Clark mit Vorfragen befasst.
Praktisch bleibt die Lage vorerst unverändert: Wahlbehörden bereiten weiter Unterlagen für die Generalwahl vor. Bereits versandte Briefwahlunterlagen für Wählerinnen und Wähler im Ausland sowie der organisatorische Vorlauf erschweren kurzfristige Umstellungen. Das Berufungsgericht hob ausdrücklich hervor, dass späte Eingriffe in Wahlverfahren das Vertrauen in die Durchführung von Bundeswahlen beeinträchtigen können.
Offen ist nun, ob der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten die Argumentation des Eighth Circuit zur Vermeidung später Regeländerungen stützt oder der Linie des Supreme Court of Missouri folgt, wonach das Referendum House Bill 1 die gesetzliche Wirkung nimmt. Der Zeitplan bis zur Wahl am 3. November 2026 ist eng, eine Entscheidung im Eilverfahren jedoch möglich. Politisch ist der Streit bedeutsam, weil die Karte von 2025 Republikanern zugeschrieben wird, die im Bundesstaat einen Vorteil anstreben; die Gegenseite verweist auf das Stimmrecht der Bevölkerung über das Referendum und auf die Zuständigkeit des Bundesstaats für Wahlregeln.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).