Politik

El-Sayed wirbt nach Streit bei Michigans Demokraten um Stimmen

Kurz vor der Senatswahl in Michigan ruft Abdul El-Sayed seine Anhänger zur Stimmabgabe auf. Seine unterlegene parteiinterne Rivalin Haley Stevens unterstützt inzwischen den Republikaner Mike Rogers.

Ypsilanti – 03.11.2026: Nach dem Bruch der demokratischen Abgeordneten Haley Stevens mit ihrem Senatskandidaten Abdul El-Sayed setzen Michigans Demokraten auf die Mobilisierung ihrer Wähler. Bei einem Auftritt an der Eastern Michigan University in Ypsilanti rief El-Sayed am 2. November zur Stimmabgabe auf. Den Streit um Stevens, die inzwischen seinen republikanischen Gegner Mike Rogers unterstützt, sprach er in seiner Rede nicht an. Auch auf eine anschließende Frage nach den möglichen Folgen reagierte er mit einem Wahlaufruf.

An El-Sayeds Seite trat Elizabeth Warren auf, die demokratische Senatorin aus Massachusetts. Auch seine Großeltern waren anwesend und begrüßten das Publikum. Die Veranstaltung fand einen Tag vor der Kongresswahl statt: Am 3. November entscheiden die Wähler in Michigan unter anderem darüber, wer den Bundesstaat künftig im Senat in Washington vertritt.

Stevens hatte am 1. November gemeinsam mit Rogers einen Gottesdienst in Detroit besucht und sich anschließend für den Republikaner ausgesprochen. Daraufhin schloss die Demokratische Partei Michigans sie aus. Rogers und sein Wahlkampfteam nutzten ihre Unterstützung bereits am folgenden Tag für ihre Werbung. Damit wurde aus einem parteiinternen Konflikt unmittelbar vor der Abstimmung ein Wahlkampfthema des politischen Gegners.

Der Auseinandersetzung war eine knappe Vorwahl vorausgegangen. Stevens hatte sich selbst um die demokratische Senatskandidatur beworben, war El-Sayed im August aber unterlegen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Associated Press lag sein Vorsprung bei rund 14.000 Stimmen. Zunächst hatte Stevens danach angekündigt, den demokratischen Kandidaten zu unterstützen. Schon der Vorwahlkampf hatte jedoch Differenzen über Israel und den Krieg im Gazastreifen offengelegt.

Umstritten ist zudem, weshalb ein zuvor geplanter gemeinsamer Auftritt von Stevens und El-Sayed bei einem Gottesdienst abgesagt wurde. Die demokratische Abgeordnete Debbie Dingell, die an der Organisation beteiligt war, erklärte, sie habe Stevens gebeten, nicht teilzunehmen. Der Streit habe zu stark vom Anlass abgelenkt. Stevens stellte den Vorgang anders dar: El-Sayed habe sie nicht mehr in seinem Wahlkampf haben wollen. Wer den gemeinsamen Auftritt letztlich verhinderte, wird von den Beteiligten somit unterschiedlich dargestellt.

El-Sayeds Wahlkampfteam meldete unterdessen für den 1. November Spendeneinnahmen von 2,4 Millionen US-Dollar. Nach eigener Darstellung war dies der bislang erfolgreichste Tag seiner Spendenwerbung. Die Demokratische Partei Michigans berichtete außerdem von zusätzlichem Zulauf bei Freiwilligen, die für Hausbesuche eingesetzt werden. Diese Angaben beschreiben die Aktivitäten der Kampagne, erlauben aber keinen Rückschluss auf den Ausgang der Wahl. Ebenso wenig lässt sich daraus ablesen, ob die Unterstützung für Rogers diesem zusätzliche Stimmen bringt oder vor allem El-Sayeds Anhänger mobilisiert. Nach Angaben von Associated Press hatten bis zum 2. November bereits mehr als 2,3 Millionen Menschen in Michigan ihre Stimme abgegeben.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Übernommen aus dem Nachrichten.fr-Newsdesk. Originalartikel

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