Das Justizministerium der Vereinigten Staaten hat am 28. August 2026 bei einem Bundesgericht in Oklahoma eine Stellungnahme eingereicht, mit der es die Abweisung der Klage des Bundesstaats gegen die geplante Aluminiumhütte in Inola anstrebt. Die Regierung argumentiert, Oklahoma greife mit seinem Vorgehen vorzeitig in bundesrechtlich geregelte Zulassungsverfahren ein und stelle Fragen zur Entscheidung, die primär dem Bund obliegen. Inola liegt im Rogers County; das Projekt firmiert derzeit unter dem Namen Oklahoma Primary Aluminum.
Oklahomas Generalstaatsanwalt Gentner Drummond hatte am 2. Juni 2026 vor dem Rogers County District Court Klage erhoben und eine einstweilige Verfügung beantragt, um Vorarbeiten auf dem Gelände zu stoppen. Er wirft den Vorhabenträgern unzureichende Berücksichtigung von Emissionen, Wasserbelastungen sowie Risiken für Anwohnende und Nutztiere vor. Die Betreiber – ein Joint Venture von Century Aluminum und Emirates Global Aluminium – verlegten das Verfahren anschließend in ein Bundesgericht. Laut Justizministerium seien die von Drummond erhobenen Ansprüche verfrüht und beträfen Materien, die in laufenden Prüfungen nach Bundesrecht, darunter Verfahren unter dem Clean Air Act, zu klären seien.
In seiner Eingabe verweist das Ministerium zudem auf die industrie- und sicherheitspolitische Bedeutung des Projekts, die von den Unternehmen und Teilen der Bundesregierung betont wird. Das Energieministerium hat für das Vorhaben eine Unterstützungszusage in Höhe von bis zu 500 Millionen US-Dollar genannt, um die inländische Primäraluminiumproduktion zu stärken. Befürworter erwarten eine Verringerung der Importabhängigkeit und Impulse für die Verteidigungsindustrie. Umweltverbände und lokale Gegner warnen hingegen vor erheblichen Belastungen für Luft und Wasser sowie vor Gesundheitsrisiken.
Wie das Bundesgericht mit dem Antrag des Justizministeriums verfährt, ist offen. Möglich sind eine Abweisung der Klage, eine inhaltliche Prüfung oder weitere prozessuale Schritte. Unabhängig davon laufen auf Landes- und kommunaler Ebene noch Genehmigungen und fachrechtliche Bewertungen, in denen Emissionen, Wasserentnahme und Standortfragen zu prüfen sind. Die Schriftsätze des Justizministeriums und die beim Gericht eingereichten Dokumente der Parteien legen die rechtlichen Argumente zur Zuständigkeits- und Vorfragenproblematik dar.
Der Fall berührt damit zentrale Kompetenzfragen zwischen Bundes- und Landesebene, die häufig bei großen Industrievorhaben auftreten: Der Bund setzt Rahmen und entscheidet über zentrale Genehmigungsbausteine, während der Bundesstaat Oklahoma und lokale Behörden über Ausführung, Auflagen und Kontrolle in ihrem Zuständigkeitsbereich wachen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).