Wissenschaft & Technik

NASA erinnert zum 50. Jahrestag an den Rollout der Enterprise

Fünfzig Jahre nach dem ersten öffentlichen Auftritt des Space-Shuttle-Prototyps Enterprise würdigt die US-Raumfahrtbehörde die Ausrollfeier vom 17. September 1976 in Palmdale und die Rolle des Orbiters bei den entscheidenden Atmosphärentests von 1977.

Zum 50. Jahrestag des Rollouts des ersten Space-Shuttle-Orbiters erinnert die National Aeronautics and Space Administration an die Präsentation der Enterprise am 17. September 1976 in Palmdale, Kalifornien. Der Termin fiel auf den Verfassungstag im Bicentennial-Jahr der Vereinigten Staaten. Ursprünglich sollte der Prototyp OV‑101 Constitution heißen. Nach einer breit angelegten Briefaktion von Fans der Fernsehserie Star Trek wies Präsident Gerald Ford die Behörde jedoch per Memo an, den Orbiter Enterprise zu taufen – ein in der US-Marinegeschichte tradiertes Schiffsname. Bei der Ausrollfeier waren neben NASA-Vertretern auch Star-Trek-Schöpfer Gene Roddenberry und mehrere Darsteller anwesend.

Die Enterprise war nicht für den Einsatz im Erdorbit vorgesehen. Sie diente als Testplattform für Bodenerprobungen und für die späteren Approach-and-Landing-Tests, die das Landeverhalten sowie die Steuerbarkeit des Shuttle-Entwurfs in der Atmosphäre verifizieren sollten. Ende Januar 1977 wurde OV‑101 über Land von der Fertigungsstätte in Palmdale zum Teststandort auf die Edwards Air Force Base verlegt, damals das Dryden Flight Research Center, heute Armstrong Flight Research Center. Zwischen Februar und November 1977 absolvierte das Programm gekoppelte Prüfungen mit dem Shuttle Carrier Aircraft und mehrere freie Gleitflüge. Diese Flüge lieferten entscheidende Daten für die erste Orbitalmission des Shuttle-Programms im Jahr 1981, ersetzten aber nicht die späteren Nachweise für Thermalschutz, Triebwerke und Startsysteme, die an anderen Orbitern erbracht wurden.

Der frühe öffentliche Auftritt der Enterprise und die Präsenz prominenter Gäste verknüpften das noch junge Shuttle-Programm mit amerikanischer Popkultur. Zugleich blieb der technische Status eindeutig: Als Struktur- und Aerodynamikdemonstrator war OV‑101 nicht mit einem vollwertigen Hitzeschild, Triebwerken oder einem funktionsfähigen Bordsystem für Weltraumeinsätze ausgerüstet. Ein Umbau für Orbitalflüge wäre aufwändig und kostspielig gewesen und wurde nicht weiterverfolgt.

Nach Abschluss der Tests wurde die Enterprise für Ausstellungen und technische Erprobungen eingesetzt und wechselte mehrfach den Standort. Sie war über Jahre im Steven F. Udvar-Hazy Center des Smithsonian zu sehen und ist seit dem 19. Juli 2012 im Space Shuttle Pavilion des Intrepid Sea, Air & Space Museum in New York City ausgestellt. Dort veranschaulicht der Orbiter die Entwicklung des Shuttle-Systems und seine Rolle als Wegbereiter für die Raumfähren, die zwischen 1981 und 2011 insgesamt 135 Missionen absolvierten.

Mit dem nun veröffentlichten Rückblick betont die Behörde den Stellenwert der Enterprise als Schlüsselelement für die Erprobung des wiederverwendbaren Raumfahrzeugs – und als technikgeschichtliches Bindeglied zwischen Ingenieurarbeit, Politik und populärer Kultur.

Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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