Die NASA hat Stephen Cash zum Direktor des Marshall Space Flight Center in Huntsville, Alabama, ernannt. Die Entscheidung von NASA-Administrator Jared Isaacman wurde am 16. Oktober 2026 bekanntgegeben; der Amtsantritt ist für Montag, den 19. Oktober 2026, vorgesehen. Cash übernimmt eines der größten Forschungs- und Entwicklungszentren der Behörde, das unter anderem die Triebwerkstechnik für das Space Launch System und zentrale Aufgaben im Programm Artemis verantwortet.
Cash begann seine NASA-Laufbahn 1982 am Marshall-Zentrum und hatte über mehr als drei Jahrzehnte leitende Ingenieur- und Managementfunktionen inne. Er leitete das Space Shuttle Propulsion Office und führte von 2011 bis zu seinem Ruhestand 2016 die Abteilung Safety and Mission Assurance am Standort. Nach seinem Ausscheiden war er in der Industrie tätig, zuletzt als Vice President für Advanced Space Systems bei Axient. 2024 wurde er in die Alabama Engineering Hall of Fame aufgenommen.
Rae Ann Meyer, die seit September 2025 als Interimsdirektorin fungierte, kehrt in ihre Funktion als stellvertretende Direktorin des Zentrums zurück. „Steve Cash ist eine Marshall‑Legende“, sagte Administrator Jared Isaacman. Das Zentrum sei als „Center of Excellence“ für Antriebstechnik entscheidend für die bemannte Raumfahrt und für neue Aufgaben in der fortgeschrittenen Antriebstechnik und der Nuklearenergie. Amit Kshatriya, NASA Associate Administrator und Chefingenieur, betonte den Wert praktischer Ingenieursarbeit und Fertigungskompetenz am Standort: Exzellenz entstehe, wenn Teams entwerfen, bauen, testen und aus praktischer Arbeit lernen könnten.
Als Direktor führt Cash eine Belegschaft von mehr als 5.000 Beschäftigten im öffentlichen Dienst und bei Auftragnehmern. Marshall spielt eine Schlüsselrolle im Programm Artemis, einschließlich der Entwicklung der SLS‑Rakete und des Managements des Human Landing System Program. Zudem treibt das Zentrum die Entwicklung von Nuklearenergie und -antrieben voran, die für künftige Missionen in das äußere Sonnensystem und langfristig für bemannte Marsflüge relevant sind. Konkrete organisatorische Änderungen oder Programmverschiebungen nennt die Behörde im Zusammenhang mit der Personalentscheidung nicht.
Marshall wurde 1960 gegründet und prägt die US‑Raumfahrt seit der Apollo‑Ära, von den Saturn‑Trägerraketen bis zu heutigen Antriebs- und Strukturprogrammen. Die Berufung von Stephen Cash erfolgt vor dem Hintergrund laufender Arbeiten an SLS, dem Human Landing System Program und dem Ausbau von Kompetenzen in Fertigung, Strukturlasten und Dynamik. Artemis bleibt dabei eine zentrale Referenz für die Ausrichtung des Zentrums.
Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).