Die NASA hat am 19. Oktober 2026 eine aktualisierte Übersicht zu ihren aeroakustischen Versuchseinrichtungen am Glenn Research Center in Cleveland, Ohio, vorgelegt. Im Fokus stehen der 9- by 15-Foot Low-Speed Wind Tunnel, die geodätische Kuppel der Aero-Acoustic Propulsion Laboratory mit den Messständen Small Hot Jet Acoustic Rig und Nozzle Acoustic Test Rig sowie der integrierte DGEN AeroPropulsion Research Turbofan. Genannt werden Zweck, technische Eckdaten und jüngere Anpassungen zur Verbesserung der Messbedingungen.
Der 9- by 15-Foot Low-Speed Wind Tunnel ist für Untersuchungen der Triebwerksaerodynamik und der Lärmentstehung bei Start- und Landeprofilen ausgelegt. Nach Angaben der NASA wurden 2019 größere Umbauten abgeschlossen, um die Strömungsqualität zu erhöhen und das Hintergrundgeräusch zu senken. Eine neue verfahrbare Mikrofonleiste mit fünf Sensoren ermöglicht präzisere Schallmessungen an maßstabsgetreuen Antriebsmodellen.
Die Aero-Acoustic Propulsion Laboratory ist ein freistehender geodätischer Dom, der als halb- oder vollanechoischer Raum betrieben werden kann. Rund 17 000 etwa 2 Fuß starke Schallabsorberkeile kleiden Wände und Boden aus und verhindern Reflexionen. In der Halle sind das Nozzle Acoustic Test Rig, das Small Hot Jet Acoustic Rig und der DGEN AeroPropulsion Research Turbofan installiert, wodurch die wesentlichen Komponenten für Düsen- und Triebwerkslärmuntersuchungen an einem Ort verfügbar sind.
Das Small Hot Jet Acoustic Rig erlaubt Tests von Einzeldüsen bis Mach 2,0 und Temperaturen um 800 Kelvin. Es dient sowohl der Untersuchung von Rauschmechanismen in Strahldüsen als auch der Entwicklung und Validierung fortgeschrittener Messtechniken wie Rayleigh- und Raman-Streuung, digitaler Schlierenoptik und zeitaufgelöster Particle Image Velocimetry. Dreidimensionale Mikrofonarrays werden eingesetzt, um Schallquellen räumlich zu kartieren. In der Anlage wurden zudem Effekte der Jet-Surface-Interaktion untersucht, also der Einfluss von Flügeln, Klappen und Leitwerken auf die Lärmentstehung – eine Mechanik, die sich von freiem Strahllärm grundlegend unterscheidet. Messreihen aus den Rigs fließen nach NASA-Angaben in die Validierung von Rechenmodellen zur Lärmprognose ein.
Die Einrichtungen sind Teil einer bundesweiten Forschungsinfrastruktur, die Programme der Luftfahrtindustrie, staatliche Vorhaben und akademische Partner unterstützt. Ziel ist es, leisere Düsengeometrien und belastbare Vorhersagemodelle zu entwickeln, um Lärm in An- und Abflugkorridoren zu verringern. Konkrete Zeitpläne für Anwendungen oder zugesicherte Effizienz- und Emissionsgewinne nennt die NASA in der Übersicht nicht. Ergänzend verweist die Behörde auf weitere Prüfstände und Labore am Standort, darunter das Acoustical Testing Laboratory.
Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).