Die NASA hat am 30. August 2026 um 7:26 Uhr Eastern Daylight Time das Nancy Grace Roman Space Telescope vom Kennedy Space Center in Florida mit einer SpaceX Falcon Heavy gestartet. Die Sonde befindet sich auf einem rund dreimonatigen Transferflug zum Lagrange-Punkt L2 in etwa einer Million Meilen Entfernung von der Erde. Nach Angaben der Missionsleitung traf die erste Telemetrie sieben Minuten nach dem Abheben ein, die Raketenstufen trennten planmäßig, und rund eine Stunde und 23 Minuten nach dem Start wurden die Solarzellen sowie die untere Instrumenten-Sonnenschutzvorrichtung erfolgreich entfaltet.
Der aktuelle Nachrichtenanlass ist der Beginn der Inbetriebnahmephase. In den nächsten Tagen sollen die Hochgewinnantenne und die ausfahrbare Blendenabdeckung entriegelt werden. Zudem stehen die ersten Bahnkorrekturen an; das Coronagraph-Instrument wird zu Testzwecken eingeschaltet. Etwa 70 Minuten nach dem Start übernahm das Deep Space Network die Kommunikation und leitet die Sonde auf ihrer Route zu L2. Die Verbindung läuft zunächst über das Canberra Deep Space Communication Complex, wechselt dann nach einigen Stunden zum Madrid Deep Space Communication Complex und weiter zum Goldstone Deep Space Communication Complex, um durchgehenden Kontakt sicherzustellen.
In den folgenden Wochen wird das Wide Field Instrument aktiviert und schrittweise kalibriert. Die 300-Megapixel-Infrarotkamera mit 18 4K-Detektoren ist für schnelle, großflächige Himmelsdurchmusterungen ausgelegt. Der Coronagraph dient als Technologiedemonstrator für die direkte Abbildung von Exoplaneten und soll zunächst Jupiter-ähnliche Gasriesen aufnehmen. Die Sonde ist darauf ausgelegt, täglich etwa 1,4 Terabyte wissenschaftlicher Daten zu übertragen. Die NASA plant, nach Abschluss der Kommissionierung erste Bilder Anfang 2027 zu veröffentlichen. Zeitpläne für wissenschaftliche Resultate hängen von erfolgreicher Kalibrierung und Systemstabilität ab.
Ziel der Mission ist es, zentrale Fragen zur Dunklen Energie, zur Dunklen Materie und zur Entstehung von Strukturen im Universum zu adressieren sowie Exoplaneten statistisch zu erfassen. Die groß angelegten Himmelsdurchmusterungen der Roman-Mission sollen eine breite Datengrundlage für die Astrophysik schaffen, die weit über die Kernziele hinaus nutzbar ist. Die Flug- und Missionskontrolle liegt beim Goddard Space Flight Center in Greenbelt, Maryland. Die wissenschaftliche Auswertung erfolgt in Zusammenarbeit mit US-amerikanischen und internationalen Forschungseinrichtungen. Aussagen zu Budget und Terminlage bleiben der offiziellen Berichterstattung der NASA vorbehalten; weitergehende Bewertungen lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht belastbar ableiten.
Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).