Die Vereinigten Staaten haben am 28. August 2026 einen Angehörigen von Afghanen, die während des Krieges das US‑Militär unterstützten, in die Zentralafrikanische Republik abgeschoben. Das berichten The New York Times sowie Menschenrechtsorganisationen. Nach Angaben von Human Rights First und der Beobachtungsstelle Third Country Deportation Watch befanden sich auf dem Flug etwa 70 Personen, darunter nach Interviews rund 20 afghanische Staatsangehörige. Diese Zahlen stammen von den Gruppen; die Behörden bestätigten sie nicht.
Die Times schreibt unter Berufung auf Angehörige und Anwälte, die betroffene Person sei mit Familienmitgliedern nach dem Fall von Kabul 2021 aus Afghanistan geflohen und habe in Pakistan Zuflucht gesucht. Dort sei die Familie nach eigenen Angaben von Talibankräften durchsucht worden. Die US‑Behörden äußerten sich nicht zu individuellen Fällen. Ein Sprecher des Department of Homeland Security erklärte allgemein, operative Details zu Abschiebeflügen würden aus Sicherheitsgründen nicht veröffentlicht.
Menschenrechtsgruppen warnen, dass sogenannte Drittstaatenabschiebungen Schutzrechte aushöhlen können, wenn Betroffene in Länder verbracht werden, deren Staatsangehörigkeit sie nicht besitzen und in denen sie keinen wirksamen Zugang zu Asyl oder Befragungen zur begründeten Furcht vor Verfolgung erhalten. Human Rights First und Third Country Deportation Watch verweisen auf mehrere ähnliche Flüge seit Juni 2026, darunter Transfers nach Liberia, Ghana und in die Zentralafrikanische Republik. Teile dieser Staaten werden vom Außenministerium der Vereinigten Staaten mit Sicherheitswarnungen belegt.
Die US‑Einwanderungsbehörde Immigration and Customs Enforcement ist für Vollzugsflüge zuständig. Juristische Schritte gegen einzelne Abschiebungen laufen nach Angaben von Anwälten vor US‑Gerichten; Eilanträge sollen klären, ob Betroffene Anspruch auf zusätzliche Schutzprüfungen haben. Abgeordnete des Kongresses der Vereinigten Staaten fordern Aufklärung über Auswahlkriterien für Zielländer und Garantien für den Schutz der Abgeschobenen vor Ort.
Unabhängig überprüfbare Details zu Aufnahmebedingungen in der Zentralafrikanischen Republik bleiben knapp. Internationale Beobachter verweisen auf die begrenzte Aufnahmekapazität des Landes und auf innenpolitische Spannungen. Menschenrechtsorganisationen fordern deshalb mehr Transparenz der US‑Behörden, die fortlaufende Überprüfung von Sicherheitslagen und klare Verfahren, um Risiken für Abgeschobene zu minimieren.
Die Regierung der Vereinigten Staaten begründet Abschiebungen regelmäßig mit der Durchsetzung des Einwanderungsrechts. Ob und in welchem Umfang Drittstaatenabschiebungen ausgebaut werden, ist politisch umstritten und hängt von Gerichtsurteilen und diplomatischen Absprachen mit Zielländern ab.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).